Sicherheits- und Entlastungsventile

Sicherheitsventile dienen dem Schutz von Behälter- und Rohrleitungssystemen vor unzulässigem Überdruck. Sicherheitsventile stellen die letzte Sicherheit für ein Behälter oder Rohrleitungssystem dar. Sie sollen in der Lage sein, einen unzulässigen Überdruck auch dann zu verhindern, wenn alle anderen vorgeschalteten Regel-, Steuer- und Überwachungsgeräte versagen. Um diese Funktionsbereitschaft sicherzustellen, bedürfen Sicherheitsventile bei der Montage und Wartung besonderer Aufmerksamkeit.

 

Unterscheidung zwischen Sicherheits- und Entlastungsventilen

Ein Sicherheitsventil ist ein Ausrüstungsteil mit Sicherheitsfunktion zum Schutz von Druckgeräten bei Überschreitung der zulässigen Grenzen und fällt somit unter die Richtlinie 2014/68/EU (Druckgeräterichtlinie). Diese Ventile sind grundsätzlich mit einem CE-Kennzeichen gemäß oben genannter Richtlinie gekennzeichnet.

Ein Entlastungsventil ist ein druckhaltendes Ausrüstungsteil mit einer Betriebsfunktion, das ein druckbeaufschlagtes Gehäuse aufweist. Die CE-Kennzeichnung erfolgt gemäß den Regeln der Richtlinie 2014/68/EU (Druckgeräterichtlinie) in Abhängigkeit von Medium, Nennweite und Mediumdruck.

 

Angaben des Ansprechdrucks

Der Ansprech- bzw. Öffnungsdruck wird in unserem Webshop, den Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnungen immer als Überdruck in barü angegeben, sofern der Druck nicht explizit anders angegeben ist.

Bitte geben Sie den Ansprechdruck während des Bestellvorgangs mit an.

 

Hinweise zur Auslegung von Sicherheitsventilen

Der Arbeitsdruck der Anlage soll mindestens 5% unter dem Schließdruck des Sicherheitsventils liegen. Dadurch wird erreicht, dass das Sicherheitsventil nach dem Abblasen wieder einwandfrei schließen kann. Besondere Beachtung muss das AD-Merkblatt A2 finden: (Zitat aus AD-Merkblatt A2, erschienen im Beuth Verlag)

  1. Sicherheitsventile müssen gemäß TRB403 so bemessen und eingestellt sein, dass eine Überschreitung des zulässigen Betriebsüberdruckes um mehr als 10% verhindert wird.
  2. Sicherheitsventile öffnen innerhalb einer Öffnungsdruckdifferenz von 10% des Ansprechdruckes. Bei Ansprechdrücken < 1 bar kann die Öffnungsdruckdifferenz bis 0,1 bar betragen. Dies ist bei der Festlegung des Ansprechdruckes gemäß Abschnitt 2.2 zu berücksichtigen.
  3. Sicherheitsventile schließen innerhalb einer Druckabsenkung von 10% bei kompressiblen Medien und 20% bei inkompressiblen Medien unter dem Ansprechdruck. Bei Sicherheitsventilen bis 3 bar Ansprechdruck dürfen bei kompressiblen Medien 0,3 bar und bei inkompressiblen Medien 0,6 bar Druckabsenkung für das Schließen in Anspruch genommen werden.